
Es ist ganz schrecklich: Jedesmal, wenn man umzieht, fällt einem erst auf, wieviel unnütze Dinge man im Laufe (von zum Teil auch nur wenigen) Jahren angesammelt hat. Man kann also nicht Kisten packen, sondern muss im schlechtesten Fall erst einmal Kistenweise aussortieren.
Doch erstaunlicherweise ist es oft nicht sehr einfach, sich von den Dingen zu trennen: Erinnerungen an den- oder diejenigen, die einem etwas geschenkt hat werden wieder wach, Erlebnisse, wie man an diesen oder jenen Gegenstand gelangt ist oder wo man etwas erstanden hat, haben scheinbar einen Eindruck beim Besitzer hinterlassen. Und auch wenn man den jeweiligen Gegenstand schon sehr lange nicht mehr verwendet beziehungsweise sich an ihm erfreut hat, kann man ihn nicht hergeben. Menschen bauen Beziehungen auf, auch zu den Dingen.
So erinnern bestimmte Kleidungsstücke an Gelegenheiten, zu denen man sie trug, und wer würde schon sein Hochzeitskleid verkaufen, auch wenn er genau weiß, dass er es im besten Fall nie wieder brauchen wird?
Doch die Nostalgie, die uns dazu bringt, die Dinge zu bewahren, die uns an Schönes erinnern hat auch eine Schattenseite: Das sogenannte Messie - Syndrom. Dieses Syndrom führt dazu, dass Menschen ihre Wohnung durch die Anhäufung von wertlosen, unbrauchbar gewordenen Gegenständen unbewohnbar machen und ein normales Leben in ihrer eigenen Wohnung irgenwann nicht mehr möglich ist. Messies sammeln, horten und zeichnen sich dadurch aus, dass sie wohl nicht mehr zwischen brauchbar und unbrauchbar unterscheiden können.
Im Extremfall kommt es dann zur "Vermüllung" des eigenen Lebensraums. Im Gegensatz zum Trash, der an sich einen in irgendeiner Form eventuell auch abstrusen künstlerischen Wert innehat, ist der Müll, den der Messie ansammelt künstlerisch meist wertfrei: große Mengen an Zetteln, Papieren et cetera werden angesammelt und auch Nahrungsmittel können oft nicht weggeworfen werden, was auf Dauer natürlich zu hygienischen Problemen im Lebensbereich der Messies führt.





