Montag, 27. August 2007

So viel Müll


Es ist ganz schrecklich: Jedesmal, wenn man umzieht, fällt einem erst auf, wieviel unnütze Dinge man im Laufe (von zum Teil auch nur wenigen) Jahren angesammelt hat. Man kann also nicht Kisten packen, sondern muss im schlechtesten Fall erst einmal Kistenweise aussortieren.
Doch erstaunlicherweise ist es oft nicht sehr einfach, sich von den Dingen zu trennen: Erinnerungen an den- oder diejenigen, die einem etwas geschenkt hat werden wieder wach, Erlebnisse, wie man an diesen oder jenen Gegenstand gelangt ist oder wo man etwas erstanden hat, haben scheinbar einen Eindruck beim Besitzer hinterlassen. Und auch wenn man den jeweiligen Gegenstand schon sehr lange nicht mehr verwendet beziehungsweise sich an ihm erfreut hat, kann man ihn nicht hergeben. Menschen bauen Beziehungen auf, auch zu den Dingen.
So erinnern bestimmte Kleidungsstücke an Gelegenheiten, zu denen man sie trug, und wer würde schon sein Hochzeitskleid verkaufen, auch wenn er genau weiß, dass er es im besten Fall nie wieder brauchen wird?
Doch die Nostalgie, die uns dazu bringt, die Dinge zu bewahren, die uns an Schönes erinnern hat auch eine Schattenseite: Das sogenannte Messie - Syndrom. Dieses Syndrom führt dazu, dass Menschen ihre Wohnung durch die Anhäufung von wertlosen, unbrauchbar gewordenen Gegenständen unbewohnbar machen und ein normales Leben in ihrer eigenen Wohnung irgenwann nicht mehr möglich ist. Messies sammeln, horten und zeichnen sich dadurch aus, dass sie wohl nicht mehr zwischen brauchbar und unbrauchbar unterscheiden können.
Im Extremfall kommt es dann zur "Vermüllung" des eigenen Lebensraums. Im Gegensatz zum Trash, der an sich einen in irgendeiner Form eventuell auch abstrusen künstlerischen Wert innehat, ist der Müll, den der Messie ansammelt künstlerisch meist wertfrei: große Mengen an Zetteln, Papieren et cetera werden angesammelt und auch Nahrungsmittel können oft nicht weggeworfen werden, was auf Dauer natürlich zu hygienischen Problemen im Lebensbereich der Messies führt.

Sonntag, 26. August 2007

Woher kommt bloß all der Trash?


Das ist die Frage, die man sich automatisch stellt, wenn man zum Beispiel über den Konstanzer Nachtflohmarkt läuft. Neben viel Müll und Plastikimitationen von "richtigem" Trash, haben anscheinend sehr viele Menschen in ihren Kellern und auf ihren Dachböden noch Warenladungen von Dingen, die meine Generation als Trash bezeichnen würde.
Aber genau das ist wohl der Punkt: Während die Generation unserer Eltern Schlaghosen aus Cordsamt, Fransenhemden und dick mit Schulterpolstern ausstaffierte Blazer noch ganz "normal" fanden, ist die Mode von damals für unsere Generation eine einzige riesige Ansammlung von Trash. Und gerade die Tatsache, dass e Menschen es irgendwann einmal normal fanden, so herumzulaufen macht den Reiz den die Sachen haben, noch größer.
So ist es mir schon häufig passiert, dass ich im Keller meiner Eltern noch einen Schatz aus den 70ern fand, voller Begeisterung damit zu ihnen lief, um sie zu fragen ob sie es entbehren könnten und wurde nur mit den Worten "Ach Gott, den Schrott haben wir noch nicht weggeschmissen? Ja willst du das denn wirklich haben, den alten Tand?" empfangen.

Kitsch, Kitsch, Kitsch


Was ist Kitsch? Und wo findet man ihn?
Schwer zu definieren, dann aber doch sehr leicht zu erkennen, wenn man dem Kitsch begegnet.
So würden die meisten Menschen, die in einem Garten einen Gartenzwerg entdecken, diesen als schön oder gar als Kunst bezeichnen, der Begriff "Kitsch" liegt sofort auf der Zunge. So ist der Gartenzwerg in Tante Ernas Garten der Inbegriff für Spießigkeit.
Doch was passiert, wenn man den kitschigen Gartenzwerg aus dem Spießerumfeld befreit und ihn sich, quasi als Persiflage auf den Balkon seiner Zwei-Zimmer Berlin Mitte Wohnung stellt? Interessanterweise bekommt der "Müll" dann unter Umständen durch sein neues Umfeld auch ein neues Label. Er wird zum Trash.
Dies geschieht jedoch nicht, wenn man sich aus irgendeinem 1-Euro-Laden einen billig hergestellten Gartenzwerg holt. Dieser ist nämlich leider nicht so authentisch spießig wie der Gartenzwerd aus Tante Ernas Garten und bleibt damit nichts weiter als Schrott.

Der gute schlechte Geschmack


Guter Geschmack, was ist das? Gerade bei der Frage nach der richtigen Auswahl der täglichen Kleidungsstücke ist dies zentral. Nun ist Guter Geschmack relativ subjektiv. Natürlich gibt es die Mode, die aktuell in den Frauen- und Modemagazinen vorgestellt und abgebildet. Doch trotz dem Label "Mode" das eben diesen guten Stücken aufgedrückt wurde, schützt es nicht vor dem Faux Pax des schlechten Geschmacks.
Diese Beobachtung kann man auch oft machen, wenn man in den sogenannten "Homestories" der Fashionmagazine das ein oder andere Domizil der Upper Class auch von innen betrachten kann.
Überladen, kitschig und manchmal auch nur vollkommen geschmacklos sehen diese Tempel aus, auch wenn man davon ausgehen muss, dass Unsummen dafür gezahlt wurden, dass sie so aussehen, wie sie es tun. Guter Geschmack, soviel lässt sich auf jeden Fall sagen, ist auf keinen Fall käuflich.
Vielmehr besteht er wohl eher darin, ein Gespür dafür zu entwickeln, wieviel man von einem Trend adaptieren kann um noch nicht als Negativbeispiel dazustehen.
Man kann jedoch auch ins Gegenteil umschlagen, und es übertreiben. Eine Frau, die von oben bis unten im Leo - Style gekleidet ist, beweist zwar nicht gerade guten Geschmack, dafür ist ihr die Aufmerksamkeit ihrer Umgebung ziemlich sicher. Übertreibt man es also sehr und in einem Stil, der durchgängig schlecht ist, kann man von gutem schlechten Geschmack sprechen. Dieser kommt einer Definition von Trash schon recht nahe, da die Übertreibung ein Merkmal ist, das durchaus viel mit Trash zu tun hat...

Freitag, 24. August 2007

Trash - TV



Es gibt ein relativ neues Phänomen im deutschen Fernsehen: das sogenannte Trash - TV.
Gibt man diesen Begriff bei Google ein, erhält man
12.100.000 Treffer. Schaut man sich diese dann mal näher an, merkt man, dass der Begriff Trash - TV sehr weitläufig ist. Von Stefan Raabs "TV Total" bis über "Popstars", die alltäglichen Doku - Formate aller Art und natürlich last but not least die "Daily- Soaps".
Nun kann man gerade von letzteren nicht behaupten, dass es sich bei ihnen um eine neue Form der Fernsehformate handele. Immerhin gibt es die Daily Soap in Deutschland auch schon nahezu dreißig Jahre. Und wenn man sich Sendungen wie die "Achtziger Show" anschaut, sieht man, dass es "Trash - TV" schon ziemlich lange in Deutschland gibt, man denke nur an sendungen wie "Tutti Frutti" damals noch auf RTLplus oder.....
Nun ist es jedoch trotzdem auffällig, dass der Begriff "trash" das eigentlich Neue an dem ganzen Phänomen ist. Doch man sollte nicht allzu voreilig über das urteilen, was man allgemein in Deutschland so unter Trash - Tv versteht. Diverse Sender haben in den letzten Jahren die unterschiedlichsten Formate auf den (Fernseh-) Markt geworfen um den Zuschauer an ihren jeweiligen Sender zu binden. Erstaunlich ist dabei zu beobachten, dass man nicht auf Vielfalt setzt, sondern dass sich die deutschen Fernsehsender anscheinend gegenseitig die Ideen klauen. So werden nicht die unterschiedlichsten Formate entwickelt, nein, man beschließt vielmehr, dass auf mindestens fünf Sendern am Nachmittag zwischen fünfzehn und achtzehn Uhr Gerichtsshows ausgestrahlt werden. Vorher wurde der Zuschauer auf ebendiesen Programmen mit den immerwiederkehrenden Talkshows gequält. Später ging man dann dazu über, mehr auf Ratgebersendungen zu setzen, die gleichzeitig zeigten, wie man es macht (a la "Do it yourself") auf ProSieben oder eben dieses absolut notwendige Wissen in Doku-Soaps zu pressen, die scheinbar mit fünf Themengebieten hervorragend auskommen: Haus- und Gartenrenovierungen, Auswanderung ins Ausland, Kochsendungen und ab und zu noch Kindererziehungsformate ("Die Super Nanny" oder "Berichte" aus Jugendcamps für Schwererziehbare aus dem Ausland) sowie Kuppelshows ("Bauer sucht Frau"). Scheinbar hat man bei den Fernsehsendern entschieden, dass dies die Themen sind, die die Deutschen für die nächste Zeit beschäftigen sollen, ein Ende ist nicht in Sicht, unterbrochen wird diese Tortur höchstenfalls ab und zu von noch schlimmeren Formaten wie Stars auf dem Eis (ProSieben und RTL) oder halbjährlich von "Deutschland sucht den Superstar" oder "Popstars".
Doch was ist das besondere an "Trash - TV"? Was macht es aus? Was gehört dazu und was nicht? und gibt es guten und schlechten Trash? Immerhin scheinen die Einschaltquoten bei "Trash - TV" Sendungen zu stimmen, was für "kulturell anspruchsvolle" Sendungen wohl nicht der Fall ist, da diese regelmäßig nach ihrer Einführung relativ schnell wieder abgesetzt werden...

Mittwoch, 18. April 2007

Trash!


Was ist Trash?

Für die einen Kitsch, unglaublich unnützes Zeug, für die anderen wahre Kunst; Objekte, die zum Kult wurden. Filme (Andy Warhol schuf direkt einen kompletten Film mit diesem Titel), Musik, Fernsehserien (ich denke an so etwas wie Star trek) oder gar Personen.