Freitag, 24. August 2007

Trash - TV



Es gibt ein relativ neues Phänomen im deutschen Fernsehen: das sogenannte Trash - TV.
Gibt man diesen Begriff bei Google ein, erhält man
12.100.000 Treffer. Schaut man sich diese dann mal näher an, merkt man, dass der Begriff Trash - TV sehr weitläufig ist. Von Stefan Raabs "TV Total" bis über "Popstars", die alltäglichen Doku - Formate aller Art und natürlich last but not least die "Daily- Soaps".
Nun kann man gerade von letzteren nicht behaupten, dass es sich bei ihnen um eine neue Form der Fernsehformate handele. Immerhin gibt es die Daily Soap in Deutschland auch schon nahezu dreißig Jahre. Und wenn man sich Sendungen wie die "Achtziger Show" anschaut, sieht man, dass es "Trash - TV" schon ziemlich lange in Deutschland gibt, man denke nur an sendungen wie "Tutti Frutti" damals noch auf RTLplus oder.....
Nun ist es jedoch trotzdem auffällig, dass der Begriff "trash" das eigentlich Neue an dem ganzen Phänomen ist. Doch man sollte nicht allzu voreilig über das urteilen, was man allgemein in Deutschland so unter Trash - Tv versteht. Diverse Sender haben in den letzten Jahren die unterschiedlichsten Formate auf den (Fernseh-) Markt geworfen um den Zuschauer an ihren jeweiligen Sender zu binden. Erstaunlich ist dabei zu beobachten, dass man nicht auf Vielfalt setzt, sondern dass sich die deutschen Fernsehsender anscheinend gegenseitig die Ideen klauen. So werden nicht die unterschiedlichsten Formate entwickelt, nein, man beschließt vielmehr, dass auf mindestens fünf Sendern am Nachmittag zwischen fünfzehn und achtzehn Uhr Gerichtsshows ausgestrahlt werden. Vorher wurde der Zuschauer auf ebendiesen Programmen mit den immerwiederkehrenden Talkshows gequält. Später ging man dann dazu über, mehr auf Ratgebersendungen zu setzen, die gleichzeitig zeigten, wie man es macht (a la "Do it yourself") auf ProSieben oder eben dieses absolut notwendige Wissen in Doku-Soaps zu pressen, die scheinbar mit fünf Themengebieten hervorragend auskommen: Haus- und Gartenrenovierungen, Auswanderung ins Ausland, Kochsendungen und ab und zu noch Kindererziehungsformate ("Die Super Nanny" oder "Berichte" aus Jugendcamps für Schwererziehbare aus dem Ausland) sowie Kuppelshows ("Bauer sucht Frau"). Scheinbar hat man bei den Fernsehsendern entschieden, dass dies die Themen sind, die die Deutschen für die nächste Zeit beschäftigen sollen, ein Ende ist nicht in Sicht, unterbrochen wird diese Tortur höchstenfalls ab und zu von noch schlimmeren Formaten wie Stars auf dem Eis (ProSieben und RTL) oder halbjährlich von "Deutschland sucht den Superstar" oder "Popstars".
Doch was ist das besondere an "Trash - TV"? Was macht es aus? Was gehört dazu und was nicht? und gibt es guten und schlechten Trash? Immerhin scheinen die Einschaltquoten bei "Trash - TV" Sendungen zu stimmen, was für "kulturell anspruchsvolle" Sendungen wohl nicht der Fall ist, da diese regelmäßig nach ihrer Einführung relativ schnell wieder abgesetzt werden...

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